Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich nach Einschätzung von Experten ‚absolut nervös‘ angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen in Ungarn. Dr. Marc Roscoe Loustau von der Central European University erklärte gegenüber France 24: ‚Neben Viktor Orbán selbst hat Putin am meisten zu verlieren, sollte die Fidesz-Partei die Wahl verlieren.‘
False-Flag-Vorwürfe und Pipeline-Sicherheit
Hintergrund der Spannungen sind Berichte über gefundene Sprengstoffe an einer Gas-Pipeline zwischen Serbien und Ungarn. Geheimdienstkreise vermuten laut Medienberichten eine mögliche ‚False-Flag‘-Operation, die vor den Wahlen für Unruhe sorgen soll. Ungarn hat die Pipeline mittlerweile unter militärischen Schutz gestellt.
Orbán gilt als einer der letzten verbliebenen EU-Verbündeten Putins. Ein Machtwechsel in Budapest könnte die diplomatische Isolation Russlands weiter verschärfen. Die Wahlen finden am Wochenende statt, kurz vor einem geplanten Besuch der US-Vizepräsidentin in der Region.
Gleichzeitig beschuldigt Russland die Ukraine, hinter den Sprengstofffunden zu stecken – ein Vorwurf, den Kiew entschieden zurückweist. Die Entwicklungen zeigen, wie sehr der Kreml auf stabile Beziehungen zu Orbáns Ungarn angewiesen ist, während der Krieg in Ukraine weitergeht.
Quellen: France 24, The Guardian