Vietnam erinnert sich dieser Tage an eine der schlimmsten Umweltkatastrophen in der Geschichte des Landes. Vor genau zehn Jahren verursachte das Stahlwerk des taiwanesischen Unternehmens Formosa eine massive Verschmutzung der Küstengewässer in Zentralvietnam. Tonnen giftiger Abwässer töteten Meerestiere und zerstörten die Lebensgrundlage tausender Fischerfamilien.
Vertuschung statt Aufklärung
Wie The Diplomat berichtet, geht die Vertuschung des Skandals bis heute weiter. Formosa betrachtet den Fall als abgeschlossen, nachdem das Unternehmen 2016 eine Entschädigung von 500 Millionen US-Dollar gezahlt hatte. Doch für die Betroffenen ist das Kapitel nicht beendet – viele leiden bis heute unter den Folgen.
Proteste werden unterdrückt
Besonders kritisiert wird die Haltung der vietnamesischen Regierung, die sich auf die Seite des ausländischen Investors gestellt habe. Aktivisten, die für Aufklärung und weitere Entschädigungen demonstrierten, wurden festgenommen. Menschenrechtsorganisationen werfen Hanoi vor, wirtschaftliche Interessen über den Schutz der eigenen Bürger zu stellen.
Die Katastrophe von 2016 gilt als Weckruf für Vietnams Umweltprobleme. Doch die aktuelle Entwicklung zeigt, dass der Kampf für Transparenz und Umweltschutz in dem südostasiatischen Land noch lange nicht gewonnen ist.
Quellen: The Diplomat