Die münsterländische Stadt Ahaus wird zum Vorreiter der Digitalisierung in Nordrhein-Westfalen. Wie der SPIEGEL berichtet, treibt der lokale Techkonzern Tobit gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein ambitioniertes Digitalisierungsprojekt voran.
Privatwirtschaft übernimmt staatliche Aufgaben
Das Unternehmen hat bereits mehrere leerstehende Immobilien in der Innenstadt übernommen und will dort schaffen, „was dem Staat nicht gelingt“. Konkrete Pläne sehen unter anderem die Einrichtung von Coworking-Spaces, digitalen Lernzentren und smarten Verwaltungslösungen vor.
Bürgermeisterin Karola Voß zeigt sich begeistert: „Diese Partnerschaft ermöglicht uns, Ahaus zukunftsfähig zu machen, ohne dass die Stadtkasse überlastet wird.“ Kritiker warnen jedoch vor einer zu großen Abhängigkeit von privaten Akteuren in der Daseinsvorsorge.
Modellprojekt für ländliche Regionen
Fachleute sehen in dem Projekt ein mögliches Vorbild für andere kleinere Städte in NRW, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen. Tobit-CEO David Hüwel betont: „Wir wollen zeigen, dass Digitalisierung nicht nur Metropolen vorbehalten sein muss.“
Erste Ergebnisse des Projekts sollen bereits im kommenden Quartal sichtbar werden. Die Landesregierung NRW beobachtet das Vorhaben mit Interesse und prüft eine mögliche Förderung.
Quellen: Spiegel Online