Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodriguez hat angekündigt, nach Den Haag zu reisen, um dort am Internationalen Gerichtshof (IGH) an einem bedeutenden Verfahren teilzunehmen. Es geht um einen langjährigen Landstreit zwischen Venezuela und Guyana, der die Region Essequibo betrifft. Diese Reise markiert das erste Mal seit der umstrittenen Entführung des früheren Präsidenten Nicolás Maduro, dass Rodriguez die Karibik verlassen wird.
Der Streit um das Gebiet Essequibo, das reich an natürlichen Ressourcen ist, schwelt bereits seit Jahrzehnten. Venezuela erhebt Anspruch auf diesen Teil Guyanas, der etwa drei Viertel des Landes ausmacht. Der IGH hatte bereits im Dezember 2020 entschieden, dass es seine Zuständigkeit in diesem Fall anerkennt, was Venezuela damals als unrechtmäßig zurückwies. Guyana hingegen begrüßte diese Entscheidung als Schritt zur Beilegung des Konflikts.
Für Venezuela ist der Fall von großer strategischer Bedeutung, da das Land sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet und die Ressourcen des umstrittenen Gebiets als potenzieller Ausweg gelten. Rodriguez‘ Teilnahme an den Verhandlungen könnte als Signal gewertet werden, dass die venezolanische Regierung bereit ist, auf internationaler Bühne für ihre Ansprüche zu kämpfen.
Quellen: Al Jazeera English