Massenproteste in Bolivien: Präsident Rodrigo Paz unter Druck

Seit Wochen kommt es in Bolivien zu massiven Protesten gegen die Regierung von Präsident Rodrigo Paz. Am Freitag kam es in der Hauptstadt La Paz zu erneuten Ausschreitungen, bei denen die bolivianische Bereitschaftspolizei Tränengas gegen Demonstranten einsetzte. Diese fordern den Rücktritt des Präsidenten, den sie für die sich verschärfende wirtschaftliche Krise verantwortlich machen.

Die Proteste, die von Gewerkschaften und indigenen Gruppen angeführt werden, sind die größten seit Paz‘ Amtsantritt im November letzten Jahres. Sie werfen ihm vor, die Erwartungen der Bevölkerung nicht zu erfüllen und die versprochenen wirtschaftlichen Reformen nicht umzusetzen. Beobachter sprechen von der größten Welle sozialer Unruhen, die das Land in den letzten Jahren erlebt hat.

Die Unruhen haben weite Teile des Landes lahmgelegt. Laut der bolivianischen Straßenverwaltung gibt es Dutzende von Straßensperren, die wichtige Verbindungswege zu den Nachbarländern Peru und Chile sowie zu Städten wie Sucre, Oruro, Potosí und Santa Cruz blockieren. Diese Blockaden führen zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen und verschärfen die ohnehin kritische Lage.

Präsident Paz steht vor der schwierigen Aufgabe, die Unzufriedenheit der Bevölkerung zu besänftigen und gleichzeitig die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren. Die nächsten Wochen könnten entscheidend für seine politische Zukunft sein, da die Proteste nicht nachzulassen scheinen.

Quellen: El País – Americas, France 24 – World, Al Jazeera English, Latin America Reports