Frankreich hebt Code-Noir-Gesetz auf: Ein historischer Schritt gegen die Sklaverei

Frankreich hat am 28. Mai 2026 das umstrittene Code-Noir-Gesetz endgültig abgeschafft, das während der Kolonialzeit Menschen als Eigentum klassifizierte und damit die Grundlage für Sklaverei und Missbrauch schuf. Obwohl die Bestimmungen des Gesetzes seit langem nicht mehr in Kraft waren, ist die offizielle Aufhebung ein bedeutender Schritt in der Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit des Landes.

Das Code-Noir, ursprünglich im Jahr 1685 eingeführt, regelte die Behandlung von Sklaven in den französischen Kolonien und erlaubte deren Versklavung, Vergewaltigung und Tötung. Die Abschaffung dieses Gesetzes wird von vielen als längst überfällige Maßnahme betrachtet, die den Opfern und ihren Nachkommen Gerechtigkeit bringen soll. Die Debatte über mögliche Reparationszahlungen für die Nachfahren der Sklaven wird nun erneut angestoßen, was zu einer intensiven politischen und gesellschaftlichen Diskussion führen könnte.

Die französische Regierung hat angekündigt, sich verstärkt mit den Themen Rassismus und Kolonialismus auseinanderzusetzen. Kritiker fordern konkrete Schritte zur Aufarbeitung der kolonialen Vergehen, während Befürworter der Reformen darauf hinweisen, dass die Aufhebung des Gesetzes ein wichtiges Zeichen für die gesellschaftliche Entwicklung Frankreichs ist.

Quellen: Spiegel Online