Armenien wählt pro-westliche Regierung unter Premier Pashinyan

Die Parlamentswahl in Armenien hat am 8. Juni 2026 ein eindeutiges Ergebnis geliefert: Die von Premierminister Nikol Pashinyan geführte Partei, die Zivilvertrag-Partei, erhielt laut den vorläufigen Ergebnissen 49,81 Prozent der Stimmen. Diese Wahl wird weithin als nationaler Referendum über die zukünftige Ausrichtung des Landes betrachtet, insbesondere in Bezug auf den pro-westlichen Kurs, den Pashinyan verfolgt.

Die Wahl fand unter dem Schatten von Drohungen aus Moskau statt, die offenbar nicht die erhoffte Wirkung zeigten. Pashinyan hat sich seit seiner ersten Amtsübernahme 2018 für eine stärkere Anbindung an den Westen und eine Annäherung an die Europäische Union eingesetzt. Der Wahlsieg könnte als Bestätigung dieser Strategie gedeutet werden, die eine Abkehr von der traditionellen Abhängigkeit von Russland bedeutet.

Die Wahlbeteiligung lag bei 59 Prozent, was auf ein hohes Interesse der Bürger an der politischen Zukunft Armeniens hinweist. Experten warnen jedoch vor einer zunehmenden politischen Polarisierung und der Gefahr von Hassrede, die die demokratischen Prozesse im Land beeinträchtigen könnten. Dennoch wird die Wahl als Schritt in Richtung einer stabileren und demokratischeren Zukunft angesehen.

Quellen: France 24, Spiegel Online, FAZ Online