Die Parlamentswahl in Ungarn am kommenden Sonntag könnte nach aktuellen Umfragen äußerst knapp ausgehen. Zwei frische Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ministerpräsident Viktor Orbáns regierender Fidesz-Partei und der oppositionellen Koalition unter Führung von Péter Magyar. Die Energiepolitik ist zum zentralen Wahlkampfthema geworden.
Energiepreise als Wahlschlüssel
Orbán setzt im Wahlkampf gezielt auf die Angst der Wähler vor steigenden Energiepreisen. Er verspricht, die aktuellen Subventionen beizubehalten und warnt vor unbezahlbaren Stromrechnungen, sollte die Opposition die Wahl gewinnen. Kritiker werfen dem Regierungschef vor, die Abhängigkeit von russischem Gas bewusst in Kauf zu nehmen, um die Preise niedrig zu halten.
Analysten zufolge könnte selbst eine Niederlage Orbáns am Sonntag nicht das Ende seines politischen Systems bedeuten. Der langjährige Regierungschef hat in den vergangenen Jahren staatliche Institutionen und Medien nachhaltig umgebaut, was ihm auch bei einer Wahlniederlage erheblichen Einfluss sichern würde.
Quellen: Spiegel Online, Daily News Hungary, France 24 – World