Militärregime in Mali nutzt externe Feindbilder zur Legitimierung der Macht

Das Militärregime in Mali bedient sich nach Ansicht von Experten einer bewährten Strategie, um seine Machtposition zu stärken: die Instrumentalisierung eines äußeren Feindes. Laut einer Analyse des Online-Magazins The Conversation Africa wird diese Taktik auch in Burundi angewandt, wo Präsident Évariste Ndayishimiye während seines Vorsitzes in der Afrikanischen Union ähnliche Narrative nutzt. In Mali dient insbesondere die Präsenz ausländischer Streitkräfte und die zunehmende islamistische Bedrohung im Sahel als Legitimationsgrundlage für das Militärgremium um Oberst Assimi Goïta.

Gezielte Narrative zur Machtsicherung

Indem die malische Führung ausländische Einflüsse – etwa der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich – als Bedrohung darstellt, schafft sie innenpolitischen Zusammenhalt und lenkt von internen Problemen ab. Internationale Partner, die humanitäre oder militärische Unterstützung anbieten, werden oft als Eindringlinge oder Neokolonialisten diffamiert. Diese Rhetorik verstärkt den nationalistischen Diskurs und stärkt die Legitimität des Regimes in den Augen Teilen der Bevölkerung.

Vergleich mit autoritären Regimen in der Region

Der Artikel zieht Parallelen zu Burundi, wo Präsident Ndayishimiye im April 2026 einen „Freundschaftsbesuch“ in Ouagadougou absolvierte – ein Zeichen enger regionaler Zusammenarbeit autoritärer Regime. Beide Länder nutzen geopolitische Spannungen und Sicherheitsnarrative, um politische Opposition zu unterdrücken und den Übergang zur Demokratie hinauszuzögern. Kritiker warnen, dass diese Strategie langfristig die Stabilität der Region untergräbt und legitime Reformprozesse behindert.

Quellen: The Conversation Africa