Geisterräder erinnern an tödliche Radunfälle in Brandenburg

In mehreren Städten und Landkreisen Brandenburgs stehen seit Kurzem weiße Fahrräder an Straßenrändern – still, aber eindringlich. Diese sogenannten Ghost Bikes markieren Orte, an denen Radfahrer bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückt sind. Initiativen von Hinterbliebenen und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) setzen mit diesen Mahnmahlen ein Zeichen gegen die zunehmende Gefahr im Straßenverkehr.

Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden in Brandenburg mehr als zehn Radfahrer getötet – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die meisten Unfälle ereigneten sich an schlecht beleuchteten Kreuzungen, auf ungesicherten Radwegen oder durch abbiegende Lkw-Fahrer. Die Ghost-Bike-Aktionen sollen nicht nur gedenken, sondern auch politischen Druck erhöhen, um den Radverkehr sicherer zu gestalten.

Der ADFC fordert eine umfassende Modernisierung des Radwegenetzes, bessere Sichtbarkeit an Kreuzungen und konsequentere Kontrollen bei Abbiegevorgängen. Gleichzeitig betonen die Aktivist:innen, dass jedes weiße Fahrrad für ein versäumtes politisches Handeln steht. „Hinter jedem dieser Räder steckt ein Mensch, der nicht hätte sterben müssen“, sagt eine Aktivistin aus Cottbus, die anonym bleiben möchte. Auch Kommunen zeigen sich zunehmend sensibilisiert: In Potsdam und Brandenburg an der Havel werden nun Sicherheitsaudits an Unfallschwerpunkten geplant.

Quellen: Der Tagesspiegel