Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) hat bei seinen Ermittlungen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen in der sudanesischen Region Darfur erhebliche Fortschritte erzielt. Die stellvertretende Chefanklägerin des ICC erklärte am Mittwoch, dass die Untersuchungen zu den schweren Gewalttaten in El Geneina und El Fasher sowie deren Umland voranschreiten. Besonders in El Geneina kam es seit Kriegsbeginn zu massiven Angriffen auf Zivilisten, die von verschiedenen bewaffneten Gruppen, darunter den Schnellen Eingreifkräften (RSF), verübt wurden.
Die Ermittler haben nach eigenen Angaben umfangreiches Beweismaterial gesammelt, darunter Zeugenaussagen, Satellitenbilder und medizinische Berichte. Die RSF werden unter anderem des Völkermords, der systematischen Vergewaltigung und der Zerstörung ganzer Dörfer beschuldigt. Die Organisation verweigert jedoch weiterhin die Zusammenarbeit mit dem ICC und lehnt alle Untersuchungen ab.
Die stellvertretende Anklägerin appellierte an die internationale Gemeinschaft, Druck auf die RSF auszuüben und die Aufnahme von Verhandlungen über die Strafverfolgung zu ermöglichen. „Die Opfer haben ein Recht auf Gerechtigkeit“, betonte sie. Der ICC hat bereits mehrere Haftbefehle gegen führende RSF-Kommandeure ausgestellt, die jedoch bisher nicht vollstreckt werden konnten.
Quellen: AllAfrica – East Africa