Am Freitag ist der ehemalige senegalesische Präsident Macky Sall nach Dakar gereist, um sich mit dem derzeitigen Staatschef Diomaye Faye zu treffen. Der Besuch, der im Rahmen von Salls Kandidatur für eine Führungsposition bei den Vereinten Nationen erfolgt, hat bei zivilgesellschaftlichen Organisationen und Menschenrechtsgruppen heftige Kritik ausgelöst. Diese werfen Sall vor, während seiner Amtszeit systematische Menschenrechtsverletzungen und politische Repressionen unterstützt zu haben.
Die kritischen Gruppen verweisen insbesondere auf die harte Hand gegen Oppositionelle, die Einschränkung der Pressefreiheit und gewaltsame Polizeieinsätze während seiner letzten Amtszeit. Für viele Bürger*innen bleibe Sall ein Symbol politischer Willkür, weshalb sein öffentlicher Auftritt in der Hauptstadt als Provokation wahrgenommen werde. Der Besuch sei nicht nur ein diplomatischer Akt, sondern auch ein versuchter Imagewandel auf Kosten der Opfer staatlicher Repression.
Die Regierung unter Präsident Diomaye Faye hat bisher keine öffentliche Stellungnahme zum Treffen abgegeben. Beobachter sehen darin jedoch eine potenziell heikle Annäherung, die im Widerspruch zur versprochenen politischen Erneuerung steht. Während Sall international um Ansehen und ein neues politisches Betätigungsfeld wirbt, bleibt die Debatte über seine politische Verantwortung im Inland virulent. Die Reaktionen der Zivilgesellschaft unterstreichen die anhaltende gesellschaftliche Spaltung in Senegal.
Quellen: Africanews EN