Der ruandische Senat hat die Regierung aufgefordert, die Überarbeitung einer ministeriellen Anordnung zur Entschädigung von Schäden durch Wildtiere deutlich zu beschleunigen. Ziel der anstehenden Reform ist es, die Liste der Tiere, für deren Schäden die Regierung entschädigt, erheblich zu erweitern. Derzeit werden nur Schäden durch bestimmte Großtiere wie Elefanten oder Büffel entschädigt, doch zunehmend greifen auch andere Arten wie Warane oder Raubtiere in bewohnte Gebiete vor und verursachen Verluste bei Nutztieren und landwirtschaftlichen Kulturen.
Die Senatoren betonten, dass die bestehenden Regelungen nicht ausreichen, um die wachsenden Konflikte zwischen Mensch und Tier adäquat zu lösen, besonders in Grenzgebieten zu Nationalparks und Wildreservaten. Eine Aktualisierung der Kompensationsliste soll dazu beitragen, das Vertrauen der lokalen Bevölkerung in Naturschutzmaßnahmen zu stärken und gleichzeitig faire Entschädigungen zu gewährleisten. Die Regierung wurde aufgefordert, den Überprüfungsprozess zügig abzuschließen, um schnelle Hilfe für betroffene Haushalte sicherzustellen.
Ruanda setzt seit Jahren auf nachhaltigen Umwelt- und Naturschutz als zentralen Entwicklungspfad. Gleichzeitig wächst der Druck auf ländliche Gemeinden, die unter der Rückkehr wildlebender Tiere in ihre Lebensräume leiden. Die dringend benötigte Anpassung der Kompensationsverordnung gilt daher als wichtiger Schritt zur Verbesserung der Lebensbedingungen in betroffenen Regionen und zur Förderung einer verantwortungsvollen Koexistenz von Mensch und Natur.
Quellen: AllAfrica – Central Africa, AllAfrica – East Africa