Gesundheitsbehörden warnen: Sichelzellen-Therapie droht ohne Reformen zu scheitern

Die kenianischen Gesundheitsbehörden warnen vor den Folgen einer unzureichenden Versorgung bei der Sichelzellenkrankheit. Der ständige Sekretär im Gesundheitsministerium, Dr. Ouma Oluga, appellierte an alle Akteure, die medizinische Versorgung dringend zu verbessern und unabhängiger von internationaler Hilfe zu werden. Die Zahl der Betroffenen in Kenia ist hoch – Schätzungen zufolge leiden bis zu 20.000 Neugeborene jährlich an der erbbedingten Bluterkrankung, die ohne Behandlung zu schweren Komplikationen oder frühzeitigem Tod führen kann.

Oluga betonte, dass die zunehmende Abhängigkeit von internationalen Gebern nicht nachhaltig sei, zumal sich die Prioritäten globaler Förderprogramme verschöben. Ohne eine verlässliche nationale Finanzierungsstruktur und einheitliche Versorgungsstandards drohe das Gesundheitssystem, besonders in ländlichen Regionen, überfordert zu sein. Die Regierung werde daher aufgefordert, Sichelzellenseitenkranke in nationale Gesundheitsprogramme einzubinden und frühzeitige Diagnosemöglichkeiten zu stärken.

Fachleute fordern eine umfassende Strategie, die Aufklärung, Screening bei Neugeborenen, kontinuierliche medizinische Betreuung und den Zugang zu schmerzlindernden Therapien umfasst. Die Warnung des Gesundheitsdienstchefs unterstreicht, dass Kenia trotz medizinischer Fortschritte noch weit davon entfernt ist, eine flächendeckende Grundversorgung für alle Patienten sicherzustellen – besonders in Zeiten knapper werdender externer Unterstützung.

Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Kenya