4.500 Kinder in Sachsen-Anhalt von Kürzung des Unterhaltsvorschusses betroffen

In Sachsen-Anhalt drohen rund 4.500 Kinder durch eine geplante Bundesregelung den Anspruch auf Unterhaltsvorschuss zu verlieren. Hintergrund ist ein Vorstoß von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), den Unterhaltsvorschuss künftig nur noch bis zum 16. Lebensjahr zu zahlen – bisher gilt er bis zum Abschluss der Vollzeitschulpflicht, in der Regel bis 18 Jahre. Die Maßnahme soll Einsparungen im Bundeshaushalt ermöglichen, löst jedoch landesweit scharfe Kritik aus.

Alleinerziehende und soziale Organisationen warnen vor sozialen Härten, insbesondere in strukturschwachen Regionen Sachsen-Anhalts, wo viele Familien auf die Leistung angewiesen seien. Der Unterhaltsvorschuss unterstützt Elternteile, wenn der andere Elternteil keine oder unzureichende Unterhaltszahlungen leistet. In vielen Fällen sei dies die einzige Einkommenssicherung, betont der Paritätische Wohlfahrtsverband vor Ort.

Die Opposition im Landtag spricht von einem „Rückschritt für soziale Gerechtigkeit“ und fordert die Landesregierung auf, sich im Bundesrat gegen die Pläne zu stemmen. Auch Kommunalpolitiker aus Städten wie Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau mahnen, die betroffenen Familien müssten durch alternative Unterstützungsprogramme entlastet werden. Bislang hat die Landesregierung jedoch noch keine klare Haltung zu dem Vorhaben eingenommen.

Die Entscheidung wird voraussichtlich im Herbst im Bundesrat beraten. In Sachsen-Anhalt zählt man zu den Bundesländern mit einem überdurchschnittlichen Anteil an alleinerziehenden Haushalten – was die Auswirkungen der geplanten Kürzung besonders gravierend macht.

Quellen: MDR – Nachrichten