Uniklinik Jena erhält 130 Millionen Euro für Forschung gegen Depressionen

In Thüringen wird die psychische Gesundheit immer mehr zu einem zentralen Thema der öffentlichen Gesundheitspolitik. Jede zehnte Krankschreibung im Freistaat geht nach aktuellen Zahlen auf das Konto psychischer Erkrankungen. Um dem entgegenzuwirken, setzt die Uniklinik Jena auf innovative Forschungsansätze – und erhält dafür bis 2030 umfassende finanzielle Unterstützung.

Ein Großprojekt zur Prävention und Behandlung von Depressionen wird nun mit insgesamt 130 Millionen Euro gefördert. Das Geld fließt in interdisziplinäre Studien, die sowohl biologische als auch soziale Faktoren psychischer Erkrankungen untersuchen. Besonderes Augenmerk liegt auf frühen Interventionen, digitalen Therapieformen und der Verbesserung der Versorgungsstrukturen in ländlichen Regionen Thüringens.

„Unser Ziel ist es, psychische Erkrankungen nicht nur besser zu verstehen, sondern auch präventiv entgegenzuwirken“, erklärt ein Sprecher der Uniklinik. Die Forschung in Jena soll dabei Modellcharakter für andere Bundesländer erhalten. Angesichts der steigenden Zahl psychischer Belastungen im Arbeitsleben und Bildungssystem gilt das Engagement als langfristig wichtige Investition in die Gesundheit der Bevölkerung.

Die Fördermittel stammen aus einem Kombination von Bundesmitteln, EU-Programmen und Landesmitteln des Freistaats Thüringen. Die Koordination erfolgt im Rahmen eines länderübergreifenden Netzwerks, an dem auch andere thüringische Hochschulen und Psychiatriezentren beteiligt sind.

Quellen: MDR – Nachrichten