Forschung aus Jena: Steigende Temperaturen gefährden lebenswichtige Mikroalgen

In Jena laufen aktuelle Forschungsarbeiten, die beunruhigende Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf mikroskopisch kleine Algen liefern. Diese Organismen, oft unsichtbar für das bloße Auge, sind für das irdische Leben überlebenswichtig: Sie produzieren etwa die Hälfte des weltweit verfügbaren Sauerstoffs durch Photosynthese. Doch wie die neuesten Untersuchungen zeigen, reagieren sie empfindlich auf steigende Wassertemperaturen.

Die Forscher der Friedrich-Schiller-Universität in Jena untersuchten verschiedene Algenarten unter kontrollierten Bedingungen. Ergebnis: Bereits eine Erhöhung um ein bis zwei Grad Celsius führt zu veränderten Wachstumsraten, geringerer Photosyntheseleistung und in einigen Fällen zum Absterben empfindlicher Stämme. Diese Entwicklung könnte nicht nur marine Ökosysteme destabilisieren, sondern mittelfristig auch die globale Sauerstoffproduktion beeinträchtigen.

„Wir beobachten erste Verschiebungen in der Artenzusammensetzung“, sagt eine beteiligte Biologin. „Klimatolerante Arten dominieren zunehmend – das kann langfristig die gesamte Nahrungskette im Meer beeinflussen.“ Besonders betroffen sind küstenferne Algenpopulationen, die keine schnelle Anpassung ermöglichen. Die Jenaer Studie unterstreicht erneut, wie empfindlich selbst mikroskopisch kleine Lebensformen auf menschengemachte Klimaveränderungen reagieren.

Quellen: MDR – Nachrichten (DE, 19.07.2026 12:45)