Sudan weist US-Sanktionen wegen Giftgasvorwürfen entschieden zurück

Die sudanesische Regierung hat die von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen entschieden abgelehnt. Wie das Außenministerium in einer am Montag in Khartum veröffentlichten Erklärung mitteilte, seien die Maßnahmen „einseitig und rechtswidrig“ und basierten auf „falschen Behauptungen“. Hintergrund ist die US-Regierungskritik, nach der die sudanesischen Streitkräfte (SAF) Chlorgas in bewaffneten Auseinandersetzungen eingesetzt haben sollen.

Die USA hatten am Wochenende neue Sanktionen verhängt, darunter Einschränkungen des Luftraums und Finanzierungsverbote, die gezielt die armee-nahe Regierung beeinträchtigen sollen. Washington begründet dies mit schweren Menschenrechtsverletzungen und dem mutmaßlichen Einsatz chemischer Substanzen gegen Zivilisten. Die sudanesische Führung weist diese Vorwürfe jedoch als politisch motiviert zurück und betont ihre uneingeschränkte Einhaltung internationaler Vereinbarungen, insbesondere jener zum Verbot chemischer Waffen.

Kritiker argumentieren, dass die Glaubwürdigkeit der US-Maßnahmen begrenzt sei, da die Einflussmöglichkeiten Washingtons im anhaltenden Konflikt zwischen der Armee und der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) ohnehin gering seien. Der Krieg, der seit 2023 andauert, wird von verfestigten Warlords dominiert, die kaum auf internationale Druckmittel reagieren. Dennoch sehen einige Beobachter in den Sanktionen ein wichtiges Signal zur Wahrung internationaler Normen.

Quellen: AllAfrica – Latest, The Africa Report