In einer abgelegenen Ecke des südafrikanischen Nachbarlandes Lesotho, im Grenzgebiet nahe Qacha’s Nek, hat der Tierliebhaber Nkhooa Molahlehi ein außergewöhnliches Projekt verwirklicht: Lesothos einzigen Schlangenpark. Unter einem schützenden Sandsteinfelsen errichtete er über Jahrzehnte hinweg ein Zentrum für den Schutz und die Aufklärung über Giftschlangen – gegen den Widerstand von Aberglauben und Behörden.
30 Jahre gegen Hexereivorwürfe
Molahlehi berichtet, dass er seit über 30 Jahren mit wiederholten Anschuldigungen konfrontiert sei, er betreibe Hexerei, nur weil er sich mit Schlangen beschäftige. In ländlichen Regionen Lesothos werden Menschen, die mit giftigen Tieren umgehen, oft fälschlicherweise als Zauberer oder Schadensbringer angesehen. Trotz Drohungen und sozialer Isolation blieb Molahlehi seinem Ziel treu: das Verständnis für Schlangen zu verbessern und Menschen vor tödlichen Bissen zu schützen.
Staatliche Unterstützung bleibt aus
Sein Park, der mittlerweile mehrere einheimische Arten beherbergt, erhält kaum staatliche Anerkennung oder finanzielle Unterstützung. Molahlehi kritisiert das Zögern der Behörden, Naturschutzprojekte in abgelegenen Gebieten zu fördern. Ohne formelle Genehmigungen oder Ressourcen muss er den Park weitgehend aus eigener Kraft am Laufen halten – mit Spenden, Führungen und ehrenamtlicher Hilfe.
Dennoch bleibt er eine Inspirationsquelle für junge Naturschützer in der Region. Bildungseinrichtungen aus ganz Lesotho besuchen den Park, um über die ökologische Rolle von Schlangen zu lernen. Molahlehi hofft, dass sein Lebenswerk eines Tages offiziell anerkannt wird – und zur Grundlage für einen nationalen Schutzprogramm für Reptilien in Lesotho wird.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – South Africa