Schimpansen-Krieg in Uganda: Forscher dokumentieren jahrelangen Konflikt

Im ugandischen Kibale-Nationalpark haben Primatologen einen bemerkenswerten Konflikt unter Schimpansen dokumentiert, der sich über mehrere Jahre erstreckte. Die als Ngogo-Gruppe bekannte Schimpansenpopulation teilte sich in zwei Fraktionen, die systematisch gegeneinander Krieg führten.

Koordinierte Angriffe beobachtet

Wie Forscher berichten, begannen die Auseinandersetzungen 2015 mit vereinzelten Konflikten und eskalierten zu koordinierten Angriffen. Die größere Gruppe verfolgte und tötete systematisch Mitglieder der abgespaltenen Fraktion. Dieses Verhalten zeigt erstaunliche Parallelen zu menschlichen Konflikten.

„Die Schimpansen patrouillierten regelrecht an den Grenzen ihres Territoriums und führten gezielte Überfälle durch“, erklärt Primatologe Aaron Sandel. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse über die evolutionären Wurzeln von Gewalt und Kriegsführung bei Primaten.

Lehren für den Menschen

Die Forscher sehen in den Beobachtungen Hinweise darauf, dass die Tendenz zu gruppeninterner Gewalt tief in unserer biologischen Geschichte verwurzelt ist. Die Studie wurde im Kibale-Nationalpark durchgeführt, einem der wichtigsten Schutzgebiete für Schimpansen in Ostafrika.

Quellen: Spiegel Online, The Guardian