Im Kontext der Untersuchung zum Tod des Inhaftierten Albert Ojwang hat ein geschützter Zeuge vor dem High Court in Nairobi gravierende Vorwürfe erhoben. Er berichtete, er sei angewiesen worden, das Überwachungssystem der Central Police Station zu formatieren – unmittelbar nachdem Ojwang in polizeilicher Gewahrsam verstorben war. Dadurch seien alle Videoaufzeichnungen aus der kritischen Zeit gelöscht worden, was den Ermittlungen erheblich schade.
Der Zeuge, dessen Identität aus Sicherheitsgründen geschützt bleibt, gab am Montag unter Eid an, er habe als technischer Mitarbeiter im Dienst gestanden, als ein hochrangiger Offizier – namentlich ein Assistant Commissioner of Police (OCS) – den Befehl zur Formatierung erteilt habe. Das Löschen der Aufnahmen erfolgte demnach systematisch und bewusst, was auf einen möglichen Versuch hindeutet, Beweise zu vernichten. Der Vorfall ereignete sich in der zentralen Polizeidienststelle in Nairobi, einem der meistfrequentierten und gleichzeitig umstrittensten Polizeigebäude des Landes.
Der Fall Ojwang hat bereits seit seinem Tod öffentliche Empörung ausgelöst, da Angehörige und Menschenrechtsorganisationen Misshandlung und mangelnde medizinische Versorgung als mögliche Todesursache vermuten. Die nun vorgetragene Behauptung, dass Beweismittel bewusst entfernt wurden, verschärft die Kritik an der Polizeiführung. Menschenrechtsgruppen fordern eine unabhängige Untersuchung und fordern, dass die verantwortlichen Beamten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Justizbehörden haben bisher keinen Zeitplan für die abschließende Aufklärung genannt.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Kenya