Spanischer Ministerpräsident Sanchez besucht Algier – neue Ära in den bilateralen Beziehungen

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez ist am Montag zu einem offiziellen Besuch in Algier eingetroffen – dem ersten seit vier Jahren. Der Besuch markiert einen bedeutenden Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Spanien und Algerien, die 2022 durch einen diplomatischen Bruch infolge der Western-Sahara-Frage stark belastet wurden. Damals hatte Madrid seine traditionelle Neutralität aufgegeben und die Souveränitätsansprüche Marokkos unterstützt, was in Algiers auf scharfe Kritik stieß.

Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune begrüßte Sanchez und betonte, dass der Besuch ein „Meilenstein“ sei, der den gemeinsamen politischen Willen zum Ausdruck bringe, die bilaterale Partnerschaft neu zu beleben. Beide Seiten sprachen sich für eine enge Zusammenarbeit in Bereichen wie Energie, Sicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung aus. Spanien hofft zudem auf eine Stabilisierung der Energielieferungen, da Algerien ein wichtiger Gaslieferant für Europa ist.

Der Besuch wird international als Zeichen einer vorsichtigen Annäherung interpretiert. Bereits im vergangenen Jahr hatte Algerien die diplomatischen Kanäle wieder aktiviert, nachdem sich die Spannung langsam abgebaut hatte. Mit Sanchez’ Besuch könnte nun eine neue Phase der Zusammenarbeit beginnen, die über wirtschaftliche Interessen hinaus auch geopolitische Stabilität in Nordafrika und Südwesteuropa fördern könnte.

Quellen: AllAfrica – North Africa, France 24 – Africa, Africanews EN