Der ehemalige liberianische Finanzminister Samuel D. Tweah Jr. hat schwere Vorwürfe gegen Vizepräsident Jeremiah Kpan Koung erhoben. Tweah behauptet, Koung habe Richter Ousmane Feika des Criminal Court „C“ angewiesen, das Freispruchurteil aus Mai in einem hochkarätigen Wirtschaftsprozess rückgängig zu machen. Der Fall, der auf einem Betrag von 6,2 Millionen US-Dollar basiert, wird als wirtschaftliche Destabilisierung bezeichnet und beschäftigt die liberianische Öffentlichkeit seit Monaten.
Die Anklage wurde bereits am 8. Mai durch ein Geschworenengericht abgewiesen, doch nun laufen Verfahren wegen mutmaßlicher Geschworenenbeeinflussung. Just vor der erwarteten Entscheidung durch Richter Feika wurden Tweahs Vorwürfe öffentlich, was zu einer neuen Welle politischer Spannungen führte. Die Behauptungen deuten auf mögliche Einmischung in die Justiz durch hochrangige Regierungsbeamte hin – ein Thema, das in der Vergangenheit immer wieder kritisiert wurde.
Die Regierung hat bislang nicht offiziell auf die Anschuldigungen reagiert. Beobachter warnen jedoch, dass ein solcher Konflikt zwischen Exponenten der Exekutive und der Justiz das Vertrauen in demokratische Institutionen weiter untergraben könnte. Die Situation bleibt angespannt, während die Bevölkerung auf die nächste Entscheidung des Gerichts wartet.
Quellen: FrontPageAfrica, Liberian Investigator