Während des dreitägigen Staatsbesuchs von Gabuns Präsident Brice Clotaire Oligui Nguema in Frankreich haben die Anwälte des inhaftierten Oppositionsführers Richard Auguste Onouviet, bekannt als Bilie-By-Nze, einen öffentlichen Appell an die französische Regierung gerichtet. Sie fordern Paris auf, diplomatischen Druck auf die gabunische Führung auszuüben, um die Freilassung ihres Mandanten zu erwirken. Bilie-By-Nze befindet sich seit April 2026 in Untersuchungshaft, ohne dass bisher ein Gerichtsverfahren offiziell begonnen hat.
Die Anwälte argumentieren, dass Frankreich als enger Verbündeter Gabuns eine moralische und politische Verantwortung trage, Menschenrechtsverletzungen anzusprechen. Sie weisen darauf hin, dass die Inhaftierung ohne Anklageerhebung gegen internationale Standards verstoße und als Mittel zur politischen Einschüchterung diene. Der Fall Bilie-By-Nze wird zunehmend als Symbol für die schrumpfende politische Handlungsfreiheit in Gabun betrachtet.
Die französische Regierung hat bislang keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Menschenrechtsorganisationen warnen jedoch davor, dass die enge Zusammenarbeit mit autoritären Regierungen in Afrika, auch aus strategischen Gründen, nicht zulasten der Menschenrechtsförderung gehen dürfe. Die Aufmerksamkeit auf Bilie-By-Nze’ Fall könnte die diplomatische Agenda zwischen Paris und Libreville zusätzlich belasten, obwohl wirtschaftliche und militärische Interessen weiterhin im Vordergrund stehen.
Quellen: Africanews EN