Im innerparteilichen Machtkampf der AfD in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich eine Entspannung ab. Martin Vincentz, Landesvorsitzender der AfD NRW, hat nach monatelangen Auseinandersetzungen mit der Bundesspitze einen Rückzieher gemacht. Er wolle, so berichtet der Spiegel, »Gras über die Sache wachsen lassen«, um die Partei im Land zu stabilisieren und weitere Spaltungen zu verhindern.
Der Konflikt hatte sich zuletzt verschärft, nachdem die Bundesführung unter Jörg Meuthen und Tino Chrupalla versucht hatte, die Kontrolle über die NRW-Landesorganisation zu verstärken. Vincentz hatte sich gegen Eingriffe gewehrt, die er als undemokratisch kritisierte. Infolgedessen drohten Suspendierungen und parteiinterne Untersuchungen. Nun signalisiert der Landeschef jedoch Gesprächsbereitschaft – möglicherweise auch im Hinblick auf anstehende Kommunal- und Europawahlen.
Politikbeobachter sehen in diesem Schritt einen Kompromiss, der zwar kurzfristig für Ruhe sorgt, aber die strukturellen Spannungen innerhalb der AfD nicht löst. Die Partei in NRW bleibt eine der größten Landesverbände und gilt als besonders heterogen – von gemäßigten Kräften bis zu rechtsnationalen Flügeln. Ob Vincentz’ Deeskalationsversuch dauerhaft hält, hängt auch von der Reaktion der Bundesführung ab, die bisher nicht offiziell auf die Initiative reagiert hat.
Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen