Ein neuer Vorstoß im ugandischen Parlament zur Überprüfung der Steuern auf mobile Geldtransfers hat eine hitzige Debatte über die digitale Finanzentwicklung des Landes ausgelöst. Wie der Independent (Kampala) berichtet, fürchten Experten und Bürgerrechtler, dass die bestehende Steuerregelung digitale Finanzdienstleistungen zunehmend verteuert und so die Bemühungen um finanzielle Inklusion behindert.
Mobile Money ist in Uganda ein zentraler Bestandteil des Alltags – Millionen nutzen Dienste wie MTN Mobile Money oder Airtel Money für Überweisungen, Zahlungen und Kleinkredite. Doch seit Einführung der Transaktionssteuern hat sich die Nutzung für viele Geringverdiener erschwert. Insbesondere die 1,5-prozentige Steuer auf Finanztransaktionen über digitale Plattformen wird als Belastung kritisiert.
Während die Regierung die Abgaben als notwendig für die Haushaltsfinanzierung verteidigt, argumentieren Wirtschaftsbeobachter, dass Uganda damit langfristige Entwicklungsziele gefährdet. Die Weltbank und andere internationale Institutionen hatten Uganda gelobt, hohe Inklusionsraten im digitalen Finanzbereich erreicht zu haben. Nun fürchten sie einen Rückschritt, falls die Steuern weiter erhöht oder ausgeweitet werden.
Die aktuelle parlamentarische Überprüfung könnte jedoch auch eine Chance bieten, das System gerechter zu gestalten. Branchenverbände fordern eine Differenzierung der Steuern nach Nutzungsintensität und Einkommen. Bislang bleibt abzuwarten, ob die Diskussion zu konkreten Reformen führt.
Quellen: AllAfrica – East Africa