Das schwerwiegende Zugunglück im baden-württembergischen Riedlingen vom vergangenen Sommer, bei dem drei Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden, ist laut dem nun vorgelegten Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) durch einen Hangrutsch ausgelöst worden. Der Regionalzug war auf der Strecke zwischen Ulm und Friedrichshafen plötzlich entgleist, nachdem lockeres Erdreich auf die Gleise gerutscht war und die Fahrbahn blockierte.
Die Expert:innen der BEU betonen in ihrem Gutachten, dass die Hangbewegung durch anhaltende Niederschläge in den Wochen zuvor begünstigt wurde. Zwar habe es in der Region keine unmittelbaren Warnhinweise auf Instabilität gegeben, doch die geologischen Gegebenheiten hätten eine intensivere Überwachung erfordert. Die Bahninfrastruktur sei an dieser Stelle besonders anfällig für Erosion, was künftig bei der Risikoabschätzung stärker berücksichtigt werden müsse.
Der Unfall ereignete sich nahe dem Ortsteil Riedlingen-Oßweil, wo die Gleise entlang eines bewaldeten Hangs verlaufen. Augenzeugen hatten damals von einer plötzlichen Erdmassenbewegung berichtet, noch bevor der Zug mit voller Geschwindigkeit in den Bereich fuhr. Die Lokführerin und zwei Fahrgäste konnten die Katastrophe nicht mehr verhindern und starben noch am Unfallort.
Die Deutsche Bahn kündigte an, im Zuge der nun vorliegenden Erkenntnisse in Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg ein umfassendes Monitoring-System für gefährdete Bahnabschnitte entlang von Hängen einzuführen. Zudem sollen in den betroffenen Regionen verstärkt geotechnische Gutachten erstellt werden. Die Hinterbliebenen und Verletzten fordern indes mehr Transparenz und eine unabhängige Überprüfung der Sicherheitsstandards im regionalen Schienenverkehr.
Quellen: Spiegel Online