Gedenken an rassistischen Anschlag am OEZ: München hält Schweigeminute

Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München haben die Stadt und die Hinterbliebenen der neun Opfer gedacht. Am Mittwoch um 17.51 Uhr – jener Zeit, zu der der Anschlag im Jahr 2016 begann – wurde der öffentliche Nahverkehr in München für eine Minute eingestellt. Die MVG unterbrach ihren Betrieb, um still zu gedenken. Anwohner, Passanten und Zeugen blieben auf Plätzen und Straßen stehen, um der Opfer zu gedenken.

Der Anschlag vom 22. Juli 2016 hatte die Stadt und das Land tief erschüttert: Ein 18-jähriger deutscher Rechtsextremist hatte acht Jugendliche und eine Mutter erschossen, weil sie nach seinem rassistischen Weltbild „nicht deutsch“ wirkten. Lange Zeit werteten Behörden die Tat als unpolitischen Amoklauf – eine Einschätzung, die bis heute bei den Angehörigen auf Unverständnis und Schmerz stößt. Viele fühlen sich bis heute vom Staat im Stich gelassen.

Bei einer zentralen Gedenkveranstaltung am OEZ nahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil und sprach mit Angehörigen. In seiner Ansprache betonte er die Notwendigkeit, rechtsextreme Gewalt klar als politisches Verbrechen zu benennen und den Opfern Gerechtigkeit zu widerfahren zu lassen. Die Opfer seien nicht zufällig ausgewählt worden, sondern gezielt wegen ihres Aussehens und ihrer Herkunft ermordet worden.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, ARD Tagesschau – Inland, ZDF Heute – Nachrichten