Danger Dan tritt in Berlin mit „Keine Angst“ auf – nach ZDF-Absage

Der von der ZDF-Show „Die Anstalt“ ausgeladene Musiker Danger Dan ist am Montagabend mit seinem umstrittenen Song „Keine Angst“ im Berliner Columbia-Theater aufgetreten. Gemeinsam mit dem renommierten Pianisten Igor Levit präsentierte er das satirische Lied, das Kritik an rechter Hetze und medialer Selbstzensur übt. Der Auftritt fand unter großer öffentlicher und medialer Beachtung statt und wurde von vielen als Statement für künstlerische Freiheit wahrgenommen.

Das ZDF hatte die Vorführung des Songs in der Sendung abgesagt und begründet dies mit der „politischen Brisanz“ und der Gefahr, „bestimmte gesellschaftliche Gruppen zu verunsichern“. Intendant Norbert Himmler bekräftigte die Entscheidung erneut am Dienstagmorgen. „Wir tragen eine große Verantwortung gegenüber unserem Publikum“, sagte er in einer Stellungnahme. Die Absage löste jedoch heftige Debatten über Meinungsfreiheit und Selbstdarstellung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus.

Im Columbia-Theater herrschte während des Auftritts eine feierlich ernste Atmosphäre. Der Saal war gut gefüllt, viele Besucherinnen und Besucher begrüßten den Auftritt als notwendige Geste gegen Zensur. „Für eine Party ist das viel zu ernst“, beschrieb die Süddeutsche Zeitung die Stimmung. Danger Dan betonte in seiner Ansprache, dass Kunst nicht nur unterhalten, sondern auch provozieren müsse. Der Abend endete mit langem Applaus – und einer klaren Botschaft: Die Debatte über politische Meinungsäußerung in Deutschland ist weiterhin virulent.

Quellen: FAZ Online, Süddeutsche Zeitung