Nahverkehr in Brandenburg: Verkehrsminister sieht weitere Ausdünnung im Regionalverkehr als möglich an

Die angespannte Haushaltslage in Brandenburg könnte weitere Auswirkungen auf den regionalen Schienenverkehr haben. Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) machte am Mittwoch deutlich, dass eine weitere Ausdünnung des Nahverkehrsnetzes denkbar sei, wenn keine zusätzlichen finanziellen Spielräume geschaffen würden. Bisherige Planungen gingen zwar von einer Stabilisierung der Linien aus, doch aktuelle Haushaltsdebatten erforderten möglicherweise neue Priorisierungen.

„Wir wollen den Nahverkehr attraktiv halten, besonders in ländlichen Regionen, in denen die Bahn oft die einzige Alternative zum Auto ist“, so Vogelsänger. „Aber die Realität ist, dass nicht alles, was gewünscht wird, auch finanzierbar ist.“ Besonders betroffen wären demnach Nebenstrecken mit geringer Fahrgastzahl, die bereits heute nur mit erheblichen Zuschüssen betrieben werden.

Der Minister verwies darauf, dass Brandenburg auf Bundesmittel und EU-Förderungen angewiesen sei, um das Netz zu erhalten. Gleichzeitig laufen Gespräche mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen über mögliche Effizienzsteigerungen. Kritik kommt dennoch aus der Opposition: Die Grünen sprechen von einem „Versorgungsnotstand im Entstehen“, während die FDP fordert, dass der Bund mehr Verantwortung übernehmen müsse. Eine endgültige Entscheidung über konkrete Streckenreduzierungen steht noch aus.

Quellen: Der Tagesspiegel