Die Berliner Landesregierung hat bestätigt, dass ab dem nächsten Fahrplanwechsel im Herbst keine direkten Zugverbindungen mehr zwischen Berlin und der brandenburgischen Stadt Schwedt am Uckerstrom bestehen werden. Stattdessen müssen alle Reisenden künftig in Angermünde umsteigen. Die Entscheidung begründet die Verkehrsverwaltung mit geringer Auslastung der Direktzüge und Kosteneinsparungen bei der Betriebsführung.
Zwar verkehren auf der Strecke weiterhin Regionalzüge im Stundentakt, aber die Direktfahrten vom Berliner Hauptbahnhof nach Schwedt entfallen. Für Pendler, Touristen und Besucher der dortigen Industrie- und Kulturstandorte bedeutet dies einen erheblichen Mehraufwand. „Das ist eine Verschlechterung für die Region“, kritisierte ein Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag. Auch die CDU-Abgeordnete für das Nordbrandenburg-Wahlkreis sieht darin eine Benachteiligung ländlicher Gebiete.
Die zuständige Landesregierung betont hingegen, dass die Umsteigelösung langfristig stabiler sei – insbesondere im Hinblick auf Fahrzeugverfügbarkeit und Personalplanung. Zudem werde Angermünde als Regionalverkehrsknoten gestärkt. Dennoch bleibt die Sorge, dass die neue Regelung die Attraktivität der Region weiter verringert. Der VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) wird die neuen Verbindungen ab kommendem Monat in seinen Fahrplänen und Apps entsprechend kennzeichnen.
Quellen: Der Tagesspiegel