Experte: Gummiarabikum wird zur zweitwichtigsten Finanzierungsquelle des Sudan-Kriegs nach Gold

Der Handel mit Gummiarabikum ist nach Einschätzung von Experten zur zweitwichtigsten Einnahmequelle für die Kriegsparteien im Sudan nach Gold aufgestiegen. Dies geht aus einer Warnung des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) hervor, das die zunehmende Kommerzialisierung des Konflikts durch den Zugriff auf natürliche Ressourcen kritisiert.

Gummiarabikum, ein natürlicher Harzstoff, der aus Akazienbäumen im Sahel gewonnen wird, wird vor allem in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie weltweit nachgefragt. Der Sudan ist einer der größten Exporteure. Trotz internationaler Sanktionen und des anhaltenden Konflikts fließen durch unkontrollierte Handelsrouten erhebliche Einnahmen an bewaffnete Gruppen, die strategische Gebiete im Norden und Zentrum des Landes kontrollieren.

Konfliktverlängerung durch Rohstoffhandel

Das OHCHR warnt, dass diese Entwicklungen den Krieg verlängern und globale Lieferketten mit menschenrechtswidrigen Praktiken verbinden. Insbesondere die Kontrolle über Transportwege und Sammelzentren ermögliche es bewaffneten Akteuren, Einnahmen zu generieren, die direkt in die Finanzierung von Kämpfen fließen.

Radio Dabanga und andere Beobachter berichten, dass lokale Händler unter Druck gesetzt werden, Abgaben an Milizen zu zahlen, während internationale Importeure oft nicht wissen, woher das Harz stammt. Die UN fordern daher eine strengere Due-Diligence-Prüfung entlang der Lieferkette sowie Sanktionen gegen Unternehmen, die indirekt den Konflikt finanzieren.

Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, legale Handelswege zu unterstützen, ohne den Kriegswirtschaftszyklus zu verstärken – besonders in einer Phase, in der humanitäre Bedingungen im Land weiter verschlechtern.

Quellen: AllAfrica – East Africa