Großer äthiopischer Renaissance-Staudamm: Spannungen mit Ägypten bleiben hoch

Die Spannungen zwischen Äthiopien und Ägypten um den Betrieb des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) haben sich erneut zugespitzt. Ägyptische Politiker wiederholten in aktuellen Stellungnahmen ihre langjährige Kritik, wonach Äthiopien bei der Befüllung und Nutzung des gigantischen Staudamms am Blauen Nil völkerrechtswidrig handle und die Wasserrechte der anliegenden Staaten missachte.

Der GERD, der sich im Nordwesten Äthiopiens befindet, ist eines der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte des Landes und soll die Energieversorgung in der Region revolutionieren. Äthiopien betont, dass der Damm rein zivilen Zwecken wie der Stromerzeugung diene und kein Wasser verbrauche, sondern lediglich stauen werde. Dennoch fürchtet Ägypten, dessen Bevölkerung fast vollständig vom Nil abhängig ist, um seine langfristige Wasserversorgung.

Trotz mehrerer Verhandlungsrunden unter Vermittlung der Afrikanischen Union und internationaler Akteure konnte bisher keine dauerhafte Vereinbarung über die Befüllung und den Betrieb des Dammes erzielt werden. Ägypten pocht auf rechtlich bindende Garantien, während Äthiopien seine Souveränität über die Nutzung eigener Ressourcen betont. Die aktuelle Berichterstattung zeigt, dass das Thema weiterhin ein zentraler Konfliktpunkt der regionalen Diplomatie bleibt.

Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Egypt