Richard Wagners frühe Oper „Rienzi“ kehrt in diesem Jahr nach Bayreuth zurück – zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert. Auf dem Programm der 150. Bayreuther Festspiele steht das Werk als künstlerische Sensation, vor allem, weil es von der französischen Dirigentin Nathalie Stutzmann geleitet wird. Sie ist die erste Frau, die „Rienzi“ am Grünen Hügel dirigiert, und setzt mit ihrer Interpretation ein wegweisendes Signal.
Stutzmanns musikalischer Ansatz zeichnet sich durch einen klanglich atmenden, sängerfreundlichen Stil aus. „Mein Ideal ist ein Orchesterklang, der singt“, so die Musikerin. Die Oper, ein monumentales Werk über Machthunger und Volksverhetzung, war einst auch bei Adolf Hitler beliebt – doch die heutige Inszenierung konzentriert sich auf die Friedensbotschaft im Schlussakt.
Die Rückkehr von „Rienzi“ wird als künstlerische wie historische Aufarbeitung verstanden. In Bayreuth, wo Wagners Erbe stets ambivalent diskutiert wird, bietet die Aufführung Anlass zur kritischen Reflexion. Die Festspiele nutzen das Werk, um nicht nur musikalische, sondern auch gesellschaftliche Themen zu beleuchten – und setzen dabei auf eine Dirigentin, die mit ihrer Präsenz bereits jetzt Geschichte schreibt.
Quellen: FAZ Online