Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stoßen bei ihrem Projekt für autonome Kleinbusse auf unerwartete Verzögerungen. Seit Herbst 2025 wird im Berliner Nordosten, genauer im Stadtteil Hellersdorf, ein Pilotprojekt für fahrerlose Busse durchgeführt. Eigentlich sollte der reguläre Fahrgastbetrieb längst beginnen – tatsächlich befördern die kleinen Elektroshuttles bis heute jedoch keine Passagiere. Stattdessen laufen weiterhin Testfahrten ohne öffentliche Nutzung.
Die BVG begründet die Verzögerung mit anspruchsvollen sicherheitstechnischen Vorgaben und der Komplexität des Berliner Straßenverkehrs. „Wir müssen sicherstellen, dass die Systeme unter allen Bedingungen zuverlässig agieren – besonders in dichten urbanen Räumen mit hohem Fußgängeraufkommen“, heißt es aus dem Unternehmen. Die autonomen Fahrzeuge sollen künftig als Bedarfsverkehr im Nahverkehr eingesetzt werden, insbesondere in Randlagen der Stadt, wo der ÖPNV dünner besetzt ist.
Experten sehen in dem Projekt langfristig großes Potenzial, kritisieren aber mangelnde Planungssicherheit. „Der Bedarf an flexiblen Verkehrslösungen steigt – gerade in Außenbezirken. Aber ohne klare Zeitpläne und öffentliche Beteiligung verliert man das Vertrauen“, so ein Verkehrsforscher der TU Berlin. Die BVG verspricht, bis Ende 2026 einen Regelbetrieb mit begrenzter Fahrgastzahl starten zu wollen. Bis dahin sollen weitere Simulationen und Sicherheitschecks abgeschlossen sein.
Das Pilotprojekt ist Teil der Berliner Mobilitätsstrategie, die bis 2030 den Anteil des ÖPNV am Verkehrsaufkommen deutlich erhöhen will. Autonome Fahrzeuge gelten dabei als eine Schlüsseltechnologie – doch die Realität hinkt der Vision vorerst hinterher.
Quellen: Der Tagesspiegel