Der Hamburger Klimaforscher Mojib Latif von dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung warnt eindringlich vor den Folgen einer nachlassenden Klimaschutz-Bereitschaft in Deutschland und Europa. In einem Interview äußerte er Bedenken, dass trotz zunehmender Extremwetterereignisse und Wassermangel die politische wie gesellschaftliche Akzeptanz für konsequente Maßnahmen schwinde. „Wir haben ein Rollback in Sachen Klimaschutz. Die Akzeptanz ist nicht mehr da“, so Latif.
Insbesondere das globale und regionale Problem des Süßwassermangels betonte der Wissenschaftler. Auch in Deutschland, so Latif, seien die Auswirkungen bereits spürbar: Trockenperioden würden länger, die Belastung von Flüssen und Grundwasserressourcen steige – auch in der Region Hamburg. Die Elbe, ein zentraler Wasserlauf der Stadt, sei empfindlich gegenüber veränderten Niederschlagsmustern und Temperaturanstiegen.
Trotz dieser Herausforderungen sieht Latif in Europa auch eine Chance: Mit geeigneten Strategien könne der Kontinent zu einer Modellregion für Klimaresilienz und Ressourcenmanagement werden. Dazu gehöre ein Umdenken in der Landwirtschaft, im Städtebau und in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Hansestadt Hamburg, mit ihrem starken wissenschaftlichen Umfeld und ihrer vorausschauenden Stadtplanung, könne hier eine Vorreiterrolle übernehmen – sofern politischer Wille vorhanden sei.
Quellen: Welt Online (DE, 26.07.2026 09:38)