Angeklagte Putschisten in Nigeria planten Rekrutierung ehemaliger Boko Haram-Kämpfer

Laut einem umfassenden investigativen Bericht der Premium Times Nigeria haben die mutmaßlichen Anführer eines im vergangenen Jahr gescheiterten Putschversuchs gegen Präsident Bola Tinubu Pläne geschmiedet, repentante Kämpfer der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram sowie Mitglieder der Civilian Joint Task Force (CJTF) zu rekrutieren. Das Vorhaben deutet auf komplexe innenpolitische und militärische Spannungen innerhalb des Landes hin und zeigt, wie fragil die Sicherheitslage in bestimmten Regionen weiterhin ist.

Die Civilian Joint Task Force, ursprünglich als Bürgerwehr gegen Boko Haram im Nordosten Nigerias gegründet, hat inzwischen eine halbstaatliche Rolle übernommen. Ihre mögliche Instrumentalisierung durch Putschpläne unterstreicht die Gefahr, dass paramilitärische Strukturen politisch instrumentalisiert werden könnten. Ebenso alarmierend ist die Tatsache, dass ehemalige Boko-Haram-Kämpfer, die sich der Regierung ergeben haben, offenbar als potenzielle Verbündete galten.

Die Enthüllungen sind Teil einer mehrteiligen Exklusivserie der Premium Times zu dem gescheiterten Umsturzversuch. Obwohl die genauen Motive und Hintermänner weiterhin unklar sind, legt der Bericht nahe, dass die Verschwörer auf innere Unzufriedenheit innerhalb der Sicherheitskräfte und soziale Spannungen im Nordosten Nigerias setzen wollten. Die Regierung hat bislang nicht öffentlich auf die neuen Vorwürfe reagiert.

Quellen: Premium Times Nigeria