Die sogenannte Große Nilwanderung im Südsudan, eine der beeindruckendsten Tierwanderungen der Erde, wurde am Wochenende als erstes UNESCO-Welterbe des Landes anerkannt. Mehr als sechs Millionen Tiere, darunter vor allem Weißschwanzgnus, aber auch Kobs und Oribis, ziehen jährlich durch die Savannen des Landes – eine der größten und letzten Massenwanderungen wildlebender Tiere weltweit.
Die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe-Verzeichnis erfolgte aufgrund der einzigartigen ökologischen Bedeutung des Gebiets. Experten betonen jedoch, dass die Anerkennung allein nicht ausreicht, um die fragile Population vor wachsenden Bedrohungen wie Wilderei, Landkonflikten und Umweltzerstörung zu schützen. Die Region leidet noch immer unter den Folgen jahrelanger Konflikte, die den Naturschutz erschweren.
Die UN-Naturschutzorganisation IUCN begrüßte die Entscheidung als historischen Meilenstein, mahnte aber gleichzeitig zu langfristigem Engagement: „Dies ist nicht das Ende der Arbeit, sondern der Anfang“, so ein Sprecher. Gemeinsam mit der südsudanesischen Regierung und internationalen Partnern sollen nun Schutzprogramme ausgeweitet und Monitoring-Systeme etabliert werden.
Die Wanderung, die sich über mehrere ökologische Zonen erstreckt, ist nicht nur ein biologisches Phänomen, sondern auch von großer kultureller Bedeutung für lokale Gemeinschaften. Mit dem neuen Status hoffen Naturschützer, dass auch mehr internationale Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung für nachhaltige Entwicklungsprojekte in die Region fließen.
Quellen: AllAfrica – South Africa