Tunesien leidet derzeit unter einer schweren Hitzewelle, die den Energieverbrauch – insbesondere für Kühlung und Klimaanlagen – stark in die Höhe getrieben hat. Um das marode Stromnetz vor einem Totalausfall zu bewahren, hat die nationale Elektrizitätsgesellschaft STDE (Société tunisienne de l’électricité et du gaz) flächendeckende rollierende Stromabschaltungen eingeleitet. Betroffen sind sowohl städtische als auch ländliche Regionen des Landes.
Die wiederkehrenden Stromausfälle haben bereits erhebliche Auswirkungen auf den Alltag der Bevölkerung und auf die Wirtschaft. In Städten wie Tunis, Sfax und Sousse melden Bewohner, dass Kühlschränke, Ventilatoren und Klimaanlagen stundenlang ausfallen, was vor allem für ältere Menschen und Kranke eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellt. Auch Geschäfte, kleine Unternehmen und Fabriken leiden unter Produktionsausfällen und Umsatzeinbußen.
Experten weisen darauf hin, dass das tunesische Energiesystem seit Jahren unterfinanziert und strukturell anfällig ist. Die Abhängigkeit von Energieimporten, veraltete Infrastruktur und mangelnde Investitionen in erneuerbare Energien verschärfen die Krise. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, den Stromverbrauch zu reduzieren, doch viele Bürgerinnen und Bürger zeigen sich frustriert über die unzureichende Vorbereitung der Regierung auf wiederkehrende Hitzesaisons.
Quellen: Africanews EN