Gabun will kostspieligen Vertrag mit Karpowership neu verhandeln

Zwei Jahre nach der Inbetriebnahme der schwimmenden Kraftwerke des türkischen Unternehmens Karpowership bemüht sich die gabunische Regierung intensiv um eine Neugestaltung des Vertrags. Der anfänglich als Rettung aus der Energiekrise gedachte Deal gilt heute als finanziell überlastend für das zentralafrikanische Land. Wie aus Berichten hervorgeht, sucht Libreville nun nach rechtlichen und verhandlungstechnischen Wegen, um die hohen Zahlungen an den ausländischen Energieanbieter zu reduzieren oder den Vertrag vorzeitig zu beenden.

Die schwimmenden Gaskraftwerke wurden 2024 unter großem öffentlichen Interesse in Betrieb genommen, um die anhaltende Stromknappheit in Gabun zu bewältigen. Doch die versprochene Stabilität blieb laut Kritikern aus, während die Kosten für die Stromerzeugung deutlich höher liegen als ursprünglich angekündigt. Beobachter verweisen darauf, dass die monatlichen Zahlungen an Karpowership einen erheblichen Teil des nationalen Haushalts beanspruchen – zu einem Zeitpunkt, da Gabun darum kämpft, seine öffentlichen Finanzen zu konsolidieren.

Alternative Energiekonzepte im Fokus

Gleichzeitig arbeitet die Regierung an langfristigen Alternativen zur Abhängigkeit von temporären Lösungen. Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Infrastrukturmodernisierung sollen die Grundlage für eine unabhängige Energieversorgung schaffen. Internationale Partner und Entwicklungsinstitutionen unterstützen Gabun dabei, nachhaltigere und kosteneffizientere Energiemodelle zu entwickeln. Der Ausstieg aus dem Karpowership-Vertrag könnte ein entscheidender Schritt in diese Richtung sein – vorausgesetzt, die Verhandlungen verlaufen erfolgreich.

Quellen: The Africa Report