Die humanitäre Krise im Mittelmeer verschärft sich erneut dramatisch. Wie EUobserver berichtet, sind zwischen dem 28. März und 5. April fünf Boote mit Migranten auf dem Weg nach Italien und Griechenland gesunken. Dabei kamen mindestens 180 Menschen ums Leben.
EU-Maßnahmen in der Kritik
Die aktuellen Tragödien werfen erneut die Frage auf, welche Verantwortung Europa trägt. Italien ist seit Jahren eines der Hauptzielländer für Migranten aus Nordafrika. Trotz wiederholter Appelle von Menschenrechtsorganisationen fehlt es weiter an einem koordinierten EU-Rettungssystem.
Besonders kritisch: Viele der Unglücke ereignen sich in internationalen Gewässern, wo die staatliche Seenotrettung nicht verpflichtet ist zu handeln. NGOs fordern seit langem eine Ausweitung der Such- und Rettungszonen.
Politische Blockaden
Die EU-Staaten sind sich uneins über die Verteilung geretteter Migranten. Italien klagt regelmäßig über mangelnde Solidarität der Partnerländer. Gleichzeitig unterstützt Rom die umstrittene Zusammenarbeit mit libyschen Küstenwachen, die Flüchtlinge zurückhalten.
Die jüngsten Todesfälle dürften die Debatte über Europas Migrationspolitik neu entfachen – besonders in Italien, wo die Regierung unter Druck steht, Lösungen für die anhaltende Krise zu finden.
Quellen: EUobserver