Verfassungsgericht in DR Kongo genehmigt Referendumsrecht – Debatte um dritte Amtszeit von Tshisekedi entbrannt

Das Verfassungsgericht der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) hat am Dienstag die Zulässigkeit eines Referendums über mögliche Verfassungsänderungen bestätigt. Diese Entscheidung löst landesweit heftige politische Debatten aus, da Beobachter vermuten, dass Präsident Félix Tshisekedi davon profitieren könnte, um eine dritte Amtszeit anzustreben – entgegen der derzeit geltenden verfassungsrechtlichen Beschränkungen.

Obwohl das Gericht nicht explizit über eine Amtszeitverlängerung entschieden hat, schafft die Genehmigung des Referendumsrechts eine rechtliche Grundlage, die eine entsprechende Volksabstimmung ermöglicht. Die Opposition kritisiert das Vorgehen scharf und warnt vor einer Unterminierung der verfassungsmäßigen Demokratie. Vertreter der Opposition bezeichnen die Entscheidung als „grünes Licht für autoritäre Ambitionen“ und befürchten eine Wiederholung von Praktiken, wie sie bereits unter früheren Präsidenten beobachtet wurden.

Sicherheitskrise und Ebola-Ausbruch verschärfen die Lage

Die juristische und politische Debatte findet vor einem Hintergrund zunehmender Unsicherheit im Land statt. Im Osten des Landes hat die Gewalt durch die ruandische Miliz M23 wieder zugenommen, was zu neuen Flüchtlingsströmen und humanitären Notlagen führt. Gleichzeitig breitet sich ein Ebola-Ausbruch in mehreren Regionen aus, der die ohnehin schwache Gesundheitsinfrastruktur weiter belastet.

Experten warnen, dass innenpolitische Instabilität und die Verschärfung der Sicherheitslage die Demokratie und die staatliche Kontrolle im Land weiter untergraben könnten. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung aufmerksam, insbesondere angesichts der geostrategischen Bedeutung der DR Kongo in der Region der Großen Seen.

Quellen: The Africa Report, Africanews EN