Uganda hat offiziell Olara Otunnu als Kandidaten für das Amt des nächsten Generalsekretärs der Vereinten Nationen nominiert. Die Kandidatur wurde am 29. Juli 2026 bekanntgegeben, zwei Tage nachdem sechs weitere Kandidaten ihre Vorstellungsgespräche vor dem UN-Sicherheitsrat absolviert hatten. Otunnu, ein erfahrener Diplomat und ehemaliger UN-Sonderbeauftragter für Kinder und bewaffnete Konflikte, gilt als international anerkannte Persönlichkeit mit langjähriger Erfahrung in multilateralen Institutionen.
Die Nominierung Ugandas erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt: Laut informeller Rotationspraxis innerhalb der UN sollte das Amt des Generalsekretärs nach zwei Amtszeiten des Europäers António Guterres im Januar 2027 an einen Kandidaten aus Lateinamerika gehen. Bisher haben sich mehrere lateinamerikanische Länder auf eine gemeinsame Kandidatur verständigt, was die Chancen afrikanischer Bewerber, darunter auch Otunnu und den senegalesischen Ex-Präsidenten Macky Sall, verringern könnte.
Dennoch unterstreicht Ugandas Schritt die wachsende Ambition afrikanischer Staaten, eine führende Rolle in globalen Institutionen zu übernehmen. Otunnus Kandidatur wird als Versuch gewertet, Afrikas Stimme in der internationalen Diplomatie stärker zu verankern. Die endgültige Entscheidung wird voraussichtlich im Herbst 2026 im UN-Sicherheitsrat und der Generalversammlung fallen.
Quellen: The Africa Report