Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden reagiert auf den anhaltend angespannten Wohnungsmarkt mit einer neuen Initiative: Eine kommunale Tauschbörse soll Mieterinnen und Mietern helfen, Wohnungen passender Größe zu finden. Das Konzept richtet sich besonders an Menschen, die aufgrund von Lebensumständen – etwa nach dem Auszug der Kinder oder bei Partnerschaftsgründungen – mehr oder weniger Wohnraum benötigen.
Über eine zentrale Plattform können Interessierte künftig ihre Wohnungen zum Tausch anbieten. Die Stadt vermittelt dabei die Kontakte, doch letztlich entscheiden die jeweiligen Eigentümer über die Genehmigung eines Mieterwechsels. „Die Idee ist, bestehenden Wohnraum effizienter zu nutzen, ohne neue Flächen versiegeln zu müssen“, erklärte eine Sprecherin der Wiesbadener Wohnungsbaudezernentin. Insbesondere in den Innenstadtbezirken sei die Nachfrage nach kleineren Wohnungen hoch, während größere Wohnungen oft unterbelegt seien.
Die Tauschbörse greift ein bundesweites Modell auf, das bereits in anderen Städten mit moderatem Erfolg getestet wurde. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Zustimmung der Vermieter oft ein Hindernis darstelle. „Viele Eigentümer scheuen den administrativen Aufwand oder fürchten Mietausfälle“, so ein Sprecher des Mieterbundes Hessen. Dennoch gilt die Tauschbörse als sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen wie sozialem Wohnungsbau und Verdrängungsschutz. Die Stadt hofft auf eine breite Resonanz und plant eine begleitende Informationskampagne.
Quellen: FAZ Online