Anwohneraktion gegen Drogenkonsum und Verfall im Kiez um Anhalter Bahnhof

Der Kiez rund um den Berliner Anhalter Bahnhof steht vor großen sozialen Herausforderungen: Drogenkonsum, sichtbare Obdachlosigkeit und Müll prägen zunehmend das Bild der Nachbarschaft – und das direkt vor der Eingangstür einer Grundschule. Anwohnerinnen und Anwohner reagieren nun mit selbstorganisierten Initiativen, um gegen den Verfall ihres Viertels anzukämpfen.

Einmal pro Woche treffen sich ehrenamtliche Helfer, um öffentliche Plätze und Gehwege zu säubern. Dabei sammeln sie nicht nur Abfall ein, sondern stoßen auch gebrauchte Spritzen und persönliche Hinterlassenschaften der Drogenkonsumierenden auf. Besonders alarmiert sind die Anwohner darüber, dass Kinder diesen Szenen täglich ausgesetzt sind. „Es ist nicht normal, dass Schüler morgens an leblosen Körpern vorbeigehen müssen, um in den Unterricht zu kommen“, sagt eine engagierte Anwohnerin.

Die Aktionen sind kein Ersatz für staatliches Handeln, betonen die Organisatoren, sondern ein Signal an Politik und Behörden. Sie fordern langfristige Lösungen: mehr soziale Angebote, sicherere Unterkünfte und eine bessere Vernetzung zwischen Polizei, Sozialarbeit und Quartiersmanagement. Die Initiative zeigt zugleich, wie viel zivilgesellschaftlicher Wille in Berliner Vierteln vorhanden ist – auch dort, wo das Gefühl der Sicherheit schwindet.

Quellen: Der Tagesspiegel (DE, 30.07.2026 08:02)