Sachsen-Anhalt beschließt Aktionsplan gegen sexualisierte Gewalt

Das Land Sachsen-Anhalt hat einen neuen Aktionsplan zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt beschlossen. Das Maßnahmenpaket, das am 30. Juli 2026 offiziell vorgestellt wurde, sieht eine bessere Vernetzung von Beratungsstellen, Polizei, Justiz und medizinischer Versorgung vor, um Betroffenen schneller und effektiver helfen zu können.

Der Aktionsplan reagiert auf langjährige Forderungen von Opferverbänden und Fachkräften, die eine Lücke in der Versorgung von Überlebenden sexueller Gewalt beklagt hatten. Besonders in ländlichen Regionen sei der Zugang zu spezialisierten Hilfsangeboten oft zu schwierig. Mit dem neuen Plan sollen flächendeckende Angebote geschaffen, Beratungsstellen personell gestärkt und Fortbildungen für Polizei und Justiz erweitert werden.

Eine zentrale Säule des Plans ist die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle, über die Betroffene anonym Erstberatung erhalten und an geeignete Einrichtungen weitervermittelt werden können. Zudem sollen mobile Beratungsteams eingerichtet werden, die auch in kleineren Gemeinden aktiv werden können.

Die Landesregierung betont, dass Prävention ein wichtiger Bestandteil der Strategie sei. Schul- und Jugendeinrichtungen sollen verstärkt in Aufklärungsarbeit eingebunden werden, um Gewalt frühzeitig zu erkennen und vorzubeugen. Auch wird eine stärkere Sensibilisierung im Sport- und Vereinsleben angestrebt.

Die Umsetzung des Aktionsplans wird über einen Zeitraum von fünf Jahren begleitet und regelmäßig evaluiert. Gleichzeitig bleibt die Unterstützung bestehender Einrichtungen wie dem Flüchtlingsfrauenhaus in Halle – das seit 30 Jahren Frauen vor Gewalt, Zwangsheirat und Menschenhandel schützt – ein zentrales Anliegen der Landespolitik.

Quellen: Welt Online, MDR – Nachrichten