Der ehemalige gambische Oberstleutnant Sanna Manjang hat in einem Gerichtsverfahren seine Rolle in einem militärischen Einsatz dargelegt, bei dem er demnach sieben senegalesische Soldaten aus der Gewalt von Rebellen in der Region Casamance gerettet haben soll. Manjang, einst Mitglied der als ‚Junglers‘ bekannten Spezialeinheit unter dem ehemaligen gambischen Präsidenten Yahya Jammeh, trat vor Gericht in Erscheinung, nachdem die Staatsanwaltschaft vier Mordanklagen gegen ihn fallengelassen hat. Stattdessen wird er nun wegen Körperverletzung mit schwerwiegenden Folgen angeklagt.
Die Aussagen Manjangs werfen erneut Licht auf die komplexen militärischen und politischen Verflechtungen zwischen Gambia und Senegal, insbesondere im Zusammenhang mit dem langjährigen Konflikt in der südlichen senegalesischen Region Casamance. Dort kämpft eine separatistische Bewegung seit Jahrzehnten gegen die zentrale Regierung in Dakar. Die Behauptung, senegalesische Soldaten gerettet zu haben, unterstreicht die ungewöhnliche Rolle Gambias als Akteur in regionalen Sicherheitsfragen – auch jenseits seiner Grenzen.
Das Verfahren gegen Manjang wird international beobachtet, da es Fragen zur strafrechtlichen Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen in Westafrika aufwirft. Die Reduzierung der Anklagepunkte deutet auf eine mögliche strategische Neubewertung der Justizbehörden hin, könnte aber auch auf politische Erwägungen hinweisen. Die weitere Entwicklung des Falls könnte Auswirkungen auf die bilaterale Beziehung zwischen Gambia und Senegal sowie auf regionale Justizinitiativen haben.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa