Serbischer Ex-Kickboxer bei historischer Drogenrazzia in Liberia festgenommen

Liberia hat einen schweren Schlag gegen den internationalen Drogenhandel geführt: Bei der bisher größten Kokain-Razzia des Landes wurden Drogen im Wert von rund 318 Millionen US-Dollar sichergestellt. Im Zentrum der Ermittlungen steht nun ein ungewöhnlicher Verdächtiger – Srdćan Seleš, ein ehemaliger serbischer Kickboxer. Er wurde gemeinsam mit Johann David Garces Grajales, einem spanisch-kolumbianischen Staatsbürger, in einem Lagerhaus in Monrovia verhaftet.

Die Festnahme hat internationale Aufmerksamkeit erregt, insbesondere in Serbien, wo die Regierungspartei bereits Stellung zu dem Fall bezogen hat. Seleš soll über kriminelle Netzwerke verfügen, die bis nach Westafrika reichen. Liberia gilt zunehmend als Transitland für Drogen aus Südamerika, die in die europäischen Märkte gelangen sollen.

Debatte über Todesstrafe für Drogenhändler entbrennt

Der spektakuläre Fall hat in Liberia eine hitzige Debatte über die Strafmaßnahmen bei Drogenkriminalität ausgelöst. Ehemaliger Parlamentspräsident Dr. Bhofal Chambers forderte daraufhin die Wiedereinführung der Todesstrafe für verurteilte Drogenhändler. Derzeit liegt das Todesstrafgesetz im Land brach, wird aber nun erneut diskutiert. Kritiker befürchten jedoch, dass eine solche Maßnahme die Menschenrechtslage im Land verschlechtern und internationale Kritik nach sich ziehen könnte.

Die liberianischen Behörden betonen, dass die Razzia das Ergebnis intensiver Zusammenarbeit mit internationalen Partnern sei. Weitere Ermittlungen laufen, um die Hintermänner des Schmugglernetzwerks auszumachen. Die Behörden warnen, dass die Drogenmafia zunehmend versuche, schwache staatliche Strukturen in Westafrika für ihre Zwecke zu nutzen.

Quellen: FrontPageAfrica, AllAfrica – West Africa