Am Donnerstag drangen bis zu 3.000 Migranten aus Marokko in die spanische Nordafrika-Enklave Ceuta ein, was zu einem schweren Grenzvorfall führte. Die spanischen Sicherheitskräfte waren nach Angaben lokaler Behörden zunächst nicht in der Lage, den Massenansturm zu kontrollieren. Daraufhin entsandte die spanische Regierung Soldaten, um die Lage zu stabilisieren. Neben rund 60 Soldaten wurden auch eine Tauchereinheit und ein Militärschiff in die Region verlegt, um die Küstengrenze zu sichern und Suchoperationen nach Vermissten durchzuführen.
Berichten zufolge versuchten viele Migranten, die Grenze zum spanischen Gebiet durch das Meer zu erreichen, was zu tragischen Folgen führte. Mindestens 15 Menschen ertranken laut BBC, während sie versuchten, die etwa 15 Kilometer breite Meerenge zu durchschwimmen. In Ceuta sei die Infrastruktur überlastet, so der lokale Regierungschef, der um weitere Unterstützung bat. Die Europäische Union signalisierte bereits Bereitschaft, bei der Bewältigung der Krise zu helfen.
An der marokkanisch-spanischen Grenze kam es zu heftigen Zusammenstößen, wie Al Jazeera berichtete. Die Lage bleibt angespannt, während die Behörden damit beginnen, Migranten zu registrieren und einige in Rückführungslager zu bringen. Beobachter vermuten, dass der Ansturm nicht spontan war, sondern möglicherweise auf eine verringerte Präsenz marokkanischer Grenzkräfte zurückgeht – ein Szenario, das in der Vergangenheit bereits zuvor als Druckmittel in diplomatischen Konflikten genutzt wurde.
Quellen: FAZ Online, BBC News – World, ZEIT Online – Außenpolitik, Al Jazeera English