Hepatitis-B-Krise in Ghana: Drei Millionen Infizierte, kaum Diagnosen gestellt

In Ghana droht laut Gesundheitsexperten eine unterschätzte gesundheitliche Katastrophe: Schätzungsweise drei Millionen Menschen leben im Westafrikanischen Land mit einer chronischen Hepatitis-B-Infektion. Doch nur etwa ein Prozent dieser Betroffenen seien bisher diagnostiziert worden, heißt es in Berichten der Ghanaian Times. Ohne Behandlung kann die Virusinfektion zu schweren Leberschäden, Leberzirrhose oder -krebs führen.

Die mangelnde Diagnostik wird auf unzureichende Aufklärung, fehlende Zugänge zu Testmöglichkeiten und begrenzte Ressourcen im Gesundheitssystem zurückgeführt. Viele Infizierte seien sich ihrer Erkrankung nicht bewusst und trügen so unbemerkt zur Weiterverbreitung bei. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, in denen medizinische Versorgung oft schwer erreichbar ist.

Mediziner und Nichtregierungsorganisationen fordern eine umfassende nationale Strategie, die Massentestungen, Aufklärungskampagnen und den Ausbau der Behandlungskapazitäten beinhaltet. Internationale Partner wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützen bereits Initiativen zur Bekämpfung von Hepatitis B in Afrika, doch Experten betonen, dass dringend mehr politischer Wille und finanzielle Mittel benötigt werden. „Ghana kann sich eine stille Krise wie diese nicht leisten“, warnten Fachleute in aktuellen Stellungnahmen.

Quellen: AllAfrica – Ghana, AllAfrica – West Africa